Herstellung von Wasserkefir

Herstellung von Wasserkefir

Wasserkefir lässt sich nicht industriell, sondern nur selbst herstellen

Damit der Ansatz von Wasserkefir problemlos gelingt, folgt nun eine ausführliche Anleitung mit Tipps, Tricks und Hinweisen.

Basis: Flüssigkeit

Als grundlegende Flüssigkeit ist zur Herstellung von sprudelndem Wasserkefir entweder Leitungswasser oder stilles Mineralwasser geeignet. Bei Zimmertemperatur sollte der Ansatz schnell zu gären beginnen. Fügt man kaltes Wasser hinzu, verzögert sich der Start des Gärprozesses so lange, bis sich das Wasser erwärmt hat. Es gibt eingefleischte Wasserkefir-Kenner, die kohlensäurehaltiges Mineralwasser verwenden. Dieses soll den Gärprozess angeblich beschleunigen. Fakt ist jedoch, dass stilles Wasser oder Leitungswasser absolut ausreichend sind.

Zucker und Melasse

Wasserkefir lässt sich mit ganz normalen handelsüblichen Zucker herstellen. Allerdings entwickelt sich ein geradezu explosiv sprudelndes Wachstum, wenn statt raffiniertem Zucker Rohrzucker verwendet wird. Rohrzucker enthält echte Melasse. Diese ist reich an Mineralien wie Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Kupfer und Chrom.

Bekommt der Wasserkefir diese Spurenelemente als Nährboden, vermehrt er sich erheblich stärker. Eine Alternative ist, dem weißen Zucker einen Schuss flüssige Melasse beizumengen. Der Wasserkefir wächst schneller und das Getränk bekommt einen leicht malzigen Geschmack. Eine Menge von durchschnittlich 80 g/Liter Wasser stellt die ideale Konzentration dar.

Bekommt der Wasserkefir weniger Zucker, also zum Beispiel nur 40 oder 50 g, kann es sein, dass er anfängt zu hungern. Verbraucher, die das erste Mal mit Wasserkefir experimentieren, sollten also mindestens 80 g Zucker hinzufügen und bei ihren Versuchen, den Zuckergehalt zu reduzieren, auf jeden Fall immer einen ganz normalen Ansatz parallel ansetzen. Das dient zur Sicherheit, falls eines der mit weniger Zucker angesetzten Experimente misslingt.

Beim ersten Ansatz ist es erforderlich, die Kristalle von der Transportflüssigkeit zu befreien. Diese kann einfach weggeschüttet werden. Die Kristalle weisen ein rasches Wachstum auf. Bis zu sechs Esslöffel können auf 1 Liter Wasser gegeben werden, mehr sollten es aber nicht sein. Wenn die Kristalle zu viel werden, sollte man ein neues Glas ansetzen oder die Kristalle verschenken. Vor jedem Ansatz ist es sehr zu empfehlen, die Japankristalle unter fließendem kaltem Wasser abzuspülen.

Die Trockenfrüchte

Damit die Wasserkristalle wachsen können, brauchen sie Stickstoff. Dieser Stickstoff kommt aus den Trockenfrüchten. Es ist auch möglich, Wasserkefir vorübergehend ohne die Zugabe getrockneter Früchte anzusetzen, doch auf Dauer würde der Wasserkefir verhungern. Die Trockenfrüchte sind außerdem für das leckere Aroma verantwortlich, auf das niemand verzichten sollte, der Wasserkefir selber herstellt. Welche Trockenfrüchte geeignet sind, ist der Fantasie des Nutzers überlassen. Rosinen, Pflaumen, Aprikosen, Datteln, Feigen, Cranberries und vieles mehr ist für Wasserkefir nutzbar. Beim Kauf der Trockenfrüchte sollten Verbraucher jedoch darauf achten, dass keine chemischen Zusatzstoffe enthalten sind. Diese würden das Wachstum des Wasserkefirs beeinträchtigen.

Empfehlenswert ist, große Trockenfrüchte wie zum Beispiel Feigen oder Pflaumen mehrfach einzuschneiden. Dann setzt sich der Stickstoff besser frei. Der Nachteil ist, dass sich zum Beispiel bei Feigen die kleinen Körner aus den Früchten lösen und sich mit den Kefirkristallen vermischen. Die Verunreinigung schadet zwar nichts, doch sie beeinträchtigt die Optik. Die Entfernung von diesen Kernen ist kaum noch möglich. Übrigens sind Feigen auch die Trockenfrüchte, die für Kefir offensichtlich die beste Wachstumsgrundlage darstellen. Doch jede andere Trockenfrucht kann auch gute Dienste leisten. Insbesondere um geschmackliche Abwechslung zu erreichen, kann man exotische Früchte oder auch frische Früchte verwenden.

Zitronenscheiben für säuerlichen Geschmack und zum Schutz

Zitronenscheiben helfen dabei, dass der Wasserkefir einen säuerlichen Beigeschmack erhält. Außerdem schützt die Zitronensäure vor Fremdbakterien und Schimmelpilzen. Fügt man eine ungeschützte Zitrone in den Ansatz, sollte diese vorher gut abgewaschen und in Stücke geschnitten werden. Praxistipp: Die leicht bittere Note der Zitronenschale ist später im Wasserkefir heraus zu schmecken. Um das zu vermeiden, muss die Zitronenschale entfernt werden.

Wer keine frischen Zitronen zu Hause hat, der verwendet Zitronensaft. Dieser sollte jedoch keine Konservierungsstoffe aufweisen, da der Wasserkefir sie nur schlecht verarbeiten kann. Am besten und ursprünglichsten funktioniert der Ansatz mit echten, unbehandelten Zitronen.

Das Gefäß: ein Schraubglas

Für den Ansatz sollte ein Schraubglas benutzt werden. Der Deckel darf nicht ganz geschlossen sein, denn luftdicht sollte der Ansatz auf keinen Fall zur Seite gestellt werden. Zum einen muss die überschüssige Kohlensäure entweichen können und zum anderen braucht der Wasserkefir Sauerstoff für seine Arbeit. Wer das Getränk in einer Glaskaraffe ansetzen möchte, braucht diese nur mit einer Frischhaltefolie und einem Gummiring oben abzuschließen. Mit dieser Methode kann die Kohlensäure entweichen und die Umgebungsluft über dem Ansatz verdrängen. So haben andere Bakterien oder schädliche Keime keine Möglichkeit, sich zu vermehren.

Wärme fördert den Gärprozess. Steht der Wasserkefir also bei Zimmertemperatur zur Gärung bereit, ist das der beste Ort für ihn. Eine Temperaturspanne zwischen 25° und 23° sind geradezu perfekt. Beobachtet man den Wasserkefir bei idealen Bedingungen, fängt schon nach wenigen Minuten das Perlen von Kohlensäurebläschen an. Kefirkristalle steigen nach oben und sinken wieder ab. Daran erkennt man, dass die Gärung eingesetzt hat. Kenner des Wasserkefirs stellen ihr Gefäß sogar in die Sonne. Das beschleunigt den Gärprozess sichtbar.

Das fertige Getränk

Je nach Temperatur, Menge der beigefügten Kristalle und nach Lichtverhältnissen ist der Wasserkefir nach ein bis drei Tagen fertig und kann verzehrt werden. Im Sommer dauert der Prozess weniger lang, im Winter ist er länger. Jedoch liegt es ganz im Ermessen des Verbrauchers, zu welchem Zeitpunkt er das Getränk als fertig erklärt. Denn die Gärdauer hat entscheidenden Einfluss auf den Geschmack.

  • Am ersten Tag ist der Kefir sehr süß und erinnert ein wenig an Limonade mit leicht saurem Aroma (Bitter Lemmon).
  • Am zweiten Tag ist der Zuckergehalt deutlich weniger ausgeprägt und der Wasserkefir schmeckt ausgewogen, süßsauer und leicht vergoren. Er schmeckt wie Federweißer, der leicht alkoholische Geschmack ist wahrnehmbar.
  • Je weiter der Gärprozess fortschreitet, desto  bitterer wird der Geschmack.
  • Echte Fans schwören auf den Wasserkefir ab dem vierten Tag, andere wiederum empfehlen, spätestens jetzt einen neuen Kefir anzusetzen.

Das fertige Getränk ist durch ein Plastiksieb zu gießen. Die zurückbleibenden Früchte sind nach wie vor essbar und die Zitronenscheiben kann man auspressen, sodass der Saft im Wasserkefir verbleibt. Wer sparsam mit seinen Ressourcen umgehen will, verwendet große Trockenfrüchte für zwei oder drei Ansätze. Doch aus hygienischen Gründen sollten die Früchte nicht viel länger benutzt werden.

Zur Aufbewahrung steht das Getränk im Kühlschrank am besten. Dann wird es noch prickelnder und frischer und schmeckt am besten. Im Sommer ist Wasserkefir eine empfehlenswerte Alternative zu den industriell hergestellten Limonaden. Wichtig ist, dass auch bei der Unterbringung im Kühlschrank dafür gesorgt ist, dass die überschüssige Kohlensäure entweichen kann.

Der neue Ansatz

Wasserkefir ist langlebig und bleibt dem Nutzer über Jahre oder Jahrzehnte erhalten. Nachdem ein Ansatz fertig ist, wird der Wasserkefir unter fließendem kaltem Wasser kurz abgebraust. Das Gefäß, in dem der Wasserkefir gärt, sollte heiß ausgespült werden. Möglichst alle Rückstände der Trockenfrüchte sind mit einem Plastiklöffel zu beseitigen. Da Japankristalle sich stark vermehren, kann man sein Leben lang stets frischen Wasserkefir trinken. Bei starkem Wachstum empfiehlt sich die Weitergabe an Freunde.